Persönlichkeiten

Johann Georg Elterlein (1806 – 1882)

Bürgermeister (1870-1882) im Wiener Vorort Hernals – heute 17. Bezirk von Wien

Johann Georg Elterlein, geboren am 29. März 1806 in Gunzenhausen (Bayern), verstorben am 15. Juli 1882 in Hernals/Wien. Er immigrierte als junger Mann von Süddeutschland nach Wien und machte innerhalb kurzer Zeit eine beachtenswerte Karriere.

J.G. Elterlein führte zuerst eine Bierhalle in der Naglergasse (Wien/Innenstadt/ 1. Bezirk) und erwarb im Jahr 1861 die Lokalität „Casino Unger“ (spätere Bezeichnung „Kasino Elterlein„) auf dem heutigen Hernalser Gürtel. Dies war ein beliebtes Ausflugs – und Tanzlokal, in dem auch die Johann Strauß Vater aufspielte und manche Werke hier zur Uraufführung brachte, denen auch Franz Liszt lauschte. Im Jahr 1864 wurde der beliebte Lokalbesitzer in die Gemeindevertretung von Hernals (damals ein Wiener Vorort – heute der 17. Bezirk von Wien) berufen. In den Jahren 1870 bis 1882 war Elterlein dann als Bürgermeister tätig.

Bürgermeister J.G. Elterlein

Die Aktivitäten von Bürgermeister Johann Georg Elterlein erstreckten sich von zahlreichen sozialen Maßnahmen bis hin zur maßgeblichen Verbesserung der Infrastruktur in Hernals.

Er baute eine zusätzliche Schule, sowie einen Kindergarten, gründete die Ortsfeuerwehr und ein Bürgerspital, eröffnete eine Apotheke und verbesserte die Infrastruktur der Hernalser Einwohner durch weiteren Straßenbau, die Überwölbung des Alserbaches, die neue Straßenbeleuchtung, eine Kanalisierung, die Schaffung von 30 Auslaufbrunnen der Hochquellenleitung und die Erweiterung des Friedhofes (Hernalser Friedhof).

Johann Georg Elterlein war Protestant und unterstützte dennoch die Gründung eines „Kirchenbauvereines“ für die Erweiterung des katholischen Gotteshauses auf dem Kalvarienberg. Auch als Veranstalter von „Kränzchen“ zum Wohle bedürftiger Schüler und durch das Einsetzen sogenannter „Armenväter/Armenräte als Betreuer sozial Bedürftiger hat sich der beliebte Hernalser Politiker verdient gemacht.

Mit der Ernennung zum Ehrenbürger von Wien wurden die Bemühungen des Johann Georg Elterlein belohnt. Darüber hinaus erhielt der populäre Mandatar eine hohe kaiserliche Auszeichnung – das „Goldene Verdienstkreuz mit d. Krone“ – damals der höchste zivile Orden der Monarchie. Die Benennung des Elterleinplatzes nach ihm erfolgte im Jahr 1883.

J.G. Elterlein ruht in einem Ehrengrab auf dem Hernalser Friedhof (Gr. AR. Nr. 28).

Quellen:

 

Babara Uthmann, geb. von Elterlein (1514 – 1575)

Unternehmerin in Annaberg und Elterlein im Erzgebirge

Deutsche Montan-Unternehmerin, Bortenhändlerin

Barbara Uthmann, geb. von Elterlein, (* um 1514 in Annaberg; † 14. Januar1575 in Annaberg) war eine deutsche Unternehmerin im Erzgebirge. Barbara war eine Tochter von Heinrich von Elterlein und dessen Ehefrau Ottilia geb. Arnold. Ob sie in Annaberg oder Elterlein geboren wurde, ist in der erzgebirgischen Heimatforschung umstritten.

1550 gelangte die Saigerhütte Grünthal (Bergwerk) an die Familie von Christoph Uthmann, mit dem sie seit 1529 verheiratet war. Nach dessen Tod wurde das Werk ab 1553 von seinen Söhnen und seiner Frau Barbara bis 1567 weitergeführt, bis sie es an den sächsischen Kurfürsten August verkauften. Obgleich sie die Geschäfte der Saigerhütte erfolgreich weiterführte, scheiterte sie aber infolge von Intrigen der Konkurrenz.

Babara Uthmann baut in der Folge (als Mutter von 12, tlws. werden 15 genannt, Kindern) mit der Spitzenklöppelei und dem Handel mit Spitzen und Borten einen neuen Geschäftszweig auf – für sich und die Frauen und Familien im Erzgebirge.

Dass sie tatsächlich Klöppelspitze nach Art des Verlagssystems herstellen ließ, lässt sich historisch nicht belegen, wohl aber ihre Tätigkeit als Verlegerin von Borten. Zeitweilig beschäftigte sie 900 Bortenwirkerinnen. Sie besorgte das für die Bortenwirkerei nötige Material, nahm die fertige Ware gegen Entlohnung entgegen und organisierte den Verkauf. Dabei war sie außerordentlich erfolgreich. Nach ihrem Tod hinterließ sie ein beachtliches Lebenswerk und zählt noch heute zu den außergewöhnlichen Persönlichkeiten des Erzgebirges.

Quellen:

Simon Marius

Mathematiker – Arzt – Astronom
1573 – 1624

Der Ansbacher Hofastronom aus Gunzenhausen entdeckte zeitgleich mit Galileo Galilei die vier großen Jupitermonde, publizierte seine Ergebnisse aber erst 1614 im Mundus Iovialis, der damit im Jahr 2014 auf 400 Jahre zurückblicken kann.

Von Galilei des Plagiats bezichtigt, nahm sein Ruf nachhaltig Schaden, obwohl zu Beginn des 20. Jahrhunderts gezeigt wurde, dass Marius völlig selbstständig forschte.

Der Gunzenhausener Mathematiker, Arzt, Astronom und Kalendermacher Simon Mayr (1573–1624), der sich Marius nannte, war markgräflicher Hofmathematiker in Ansbach. Er entdeckte gleichzeitig mit Galilei die Jupitermonde, veröffentlichte aber erst nach diesem, woraufhin ihn Galilei des Plagiats bezichtigte. Heute ist klar, dass Marius die Jupitermonde völlig unabhängig von Galilei entdeckt hat und seine Beobachtungen teilweise etwas genauer waren. Schon zu seinen Lebzeiten war unbestritten, dass er den Andromedanebel entdeckte.

1612 erhielt Marius von der Stadt Gunzenhausen einen silbernen Becher zum Geschenk. Die im 20. Jahrhundert eingeführte Benamung der Jupitertrabanten mit den Namen der Liebschaften des mythologischen Göttervaters geht auf Marius zurück, der dazu 1613 in Regensburg von Johannes Kepler angeregt wurde. Die IAU ehrte Marius durch die Benennung eines Mondkraters sowie der benachbarten „Marius Hills“ und der „Rima Marius“.

Nachkommen der Schwester Barbara von Simon Marius, nämlich Eva Maria Mußolt heiratete am 25.4.1729 Johann Christoph Elterlein, womit sich vielleicht einige „Sternguckergene“ auch in die Familie Elterlein „verirrten“.

Quellen:

Familienwappen der Familie ElterleinAm 24. May 1514 wurde das Familienwappen der Familie Elterlein „dem belobten Manne – Johannis von Elterlein, einem Layen der Dieciöse Maissen“- auf Entschließung von Kaiser Maximilian I. und Papst Innocentium VIII. durch Pfalzgraf Thurm Herr und Doctor beyder Rechte – Wolffgang Steinberger – verliehen.

Das Führen des „Wapens wird dem obbemelten Johanni von Elterlein und von ihm herstamenden rechtmäßigen Erben“, gestattet. Das Original des Wappenbriefes befindet sich in Annaberg/Sachsen, nahe dem Ort Elterlein.